
Leider bekommt man den NP-11-Akku nicht mehr neu, zumindest habe ich in Europa noch keinen Händler gefunden, der diese Akkus noch führt.
Oben sieht man das Innenleben des originalen NP-11-Akkus. Dieser besteht aus 8 Stück 4/5 Sub-C-Zellen NiCd (Ø 23mm * h 33mm) mit einer Kapazität von 1000mAh und einer Temperatursicherung (zwischen den linken 4 Zellen). Will man den Akku neu befüllen, besorgt man sich die passenden (schnelladefähigen) Akkuzellen. Danach zerlegt man den Originalakku. Das geht am besten, indem man eine Abbrechklinge in den seitlichen Gehäusespalt steckt und mit einem Schraubenzieher draufhaut, siehe Bild. Das wiederholt man vorsichtig an allen vier Seiten bis das Gehäuse aufbricht. Nun baut die neuen Zellen mit der Temperatursicherung genauso ein, wie es im Original war. Auf keinen Fall darf man die Temperatursicherung weglassen! Sie ist für die Sicherheit sehr wichtig, denn ohne ihn könnte der Akku explodieren. Nachdem man den Akku geprüft hat, kann man ihn wieder zusammenkleben.Es gibt bestimmt auch NiMh-Zellen mit mehr Kapazität. Ob das Ladegerät mit den Zellen zurechtkommt, kann ich leider noch nicht genau sagen, da es maximal 70min lädt. Hier wird es mit unseren 1200mAh Zellen schon eng. Vieleicht kann man das Ladegerät anpassen, dazu später mehr.
Durch neune Gesetze, die Cadmium in Akkus verbietet, sind die NiCd Zellen nicht mehr zu bekommen.Neue Akkutechnologien werden immer günstiger und so köönte man den NP-11 mit LiPo (Lithium Polymerakku) befüllen. Bei drei Zellen kommt man auf einen Spannung von 9V (leer) bis 12,6V (voll). Die Betamovie läuft mit einer Spannung von 9-12,5V so das Operation Manual. Da man diese Akkus auf keinem Fall mit dem original Ladegerät laden kann und soll. So muß man eine Diode (BY255) in Reihe schalten. Dadurch liegt gleichzeitig eine um ca. 0,5V verringerte Spannung an der Betamovie an. Und so wird der LiPo Akku nicht ganz entladen, wodurch die Nutzbarekapazität nicht ganz ausgeschöpft wird. Da die Zellen mit 2000mAh und mehr in den NP-11 passen ist das wohl nicht so schlimm. Desweiteren braucht der LiPo Akku noch eine Sicherung von 2A und einen externen Ladeanschluß für das LiPo Ladegerät. Die Akkus sind recht leicht aber nicht so unkritisch wie NC-Zellen. LiPo Akkus müssen Streng nach Anleitung behandelt werden. Ansosnten besteht explusions Gefahr!! Im harlosen Fall sind sie scdhnell defekt. Ich habe das noch nicht ausprobiert!
Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich einen Akkupack mit 9,6V zu besorgen, einen passenden Stecker (Hohlstecker 10mm lang, Außendurchmesser 5,5mm, Innendurchmesser 2mm) und etwas Leitung zusammenzulöten und die Kamera extern zu versorgen. Bitte auf die richtige Polung von (+) und (-) achten! Die Belegung ist neben der Buchse auf der Kamera dargestellt.
Die originale Fernbedienung RM-81 dürfte wohl schwer zu bekommen sein. Sie ist auch nicht sehr kompliziert aufgebaut und kann leicht nachgebaut werden.
Benötigt wird ein 3,5mm Stereo-Klinkenstecker, dreiadrige Leitung, ein kleines Gehäuse, ein Taster für Start / Stop, eine rote LED für die Aufnahmeanzeige und ein Widerstand. Ich habe es mit einem Potie ausprobiert; die Kamera kann man mit einem Widerstand zwischen 100 und 600Ohm fernbedienen. Macht also einen Mittelwert von 350Ohm. Der nächste nach der E12-Reihe wäre dann 330Ohm.
Der Taster und die LED werden in das Gehäuse eingebaut, an den Klinkenstecker die dreiadrige Leitung angelötet. Das andere Ende kommt in das Gehäuse. Die LED kommt mit der Anode an den mittleren (TALLY) Kontakt des Klinkensteckers, die Kathode an das hintere große Teil (GND) des Klinkensteckers und der Taster kommt an den vorderen Kontakt (Start/Stop) des Klinkensteckers. Die andere Seite des Tasters kommt an den Widerstand und dessen andere Seite an GND.




Konstruktionsbedingt kann die Betamovie weder externe Videoquellen aufnehmen noch könnte man sie zur Wiedergabe überreden. Bedingt durch die kleine Kopftrommel (Ø 41,7mm zum Vergleich 74.487mm der Standardkopftrommel) mit nur einem Doppelazimutvideokopf und das Omegaloading mit 300° effektiver Bandumschlingung, entspricht das Videosignal in der Betamovie nicht dem PAL-Standard. Die Horizontalfrequenz liegt Kameraintern bei ca. 18.750Hz, bei PAL liegt sie bei 15.625Hz.
Erst das auf Band aufgezeichnete Signal ist wieder mit Betamax-PAL kompatibel.
Die Betamovie ist ungefähr so schwer wie eine Kamera der HVC-Serie. Allerdings ist der Rekorder schon eingebaut.
Um dies zu erreichen, mußte ein leichteres Laufwerk her. Dazu mußte die Kopftrommel kleiner werden, da sie doch für Gewicht und Größe des Laufwerkes hauptsächlich verantwortlich ist.
Eine Möglichkeit, die bei VHS und Video8 Verwendung findet, ist eine 270°-Umschlingung mit 4 Videoköpfen. Hier wäre der Trommeldurchmesser 49,7mm und man kann Standardvideosignale verwenden. D.h. Aufnahme und Wiedergabe wäre möglich. Warum man, um 8mm zu sparen, auf Wiedergabe verzichtet hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Das Problem liegt daran, daß bei der Aufnahme und Wiedergabe immer ein Kopf Bandkontakt hat. Jeder Kopf schreibt ein Halbbild und beim Kopfwechsel haben kurzzeitig beide Köpfe Bandkontakt. So wird ein kontinuierliches Signal ohne Unterbrechung aufgezeichnet und entsprechend wiedergegeben. Normalerweise ist dafür das Band etwas mehr als 180° eingefädelt und auf der Kopftrommel sind zwei Köpfe mit zwei entgegengesetzten Azimutwinkeln (+7° / -7° Beta). Die Kopftrommel dreht dabei mit 1.500 U/min.
Bei der 270°-Technik sind es auch ein paar Grad mehr. Und durch die geschickte Anordnug der 4 Köpfe hat auch hier immer einer Bandkontakt, so daß ein kontinuierliches Signal entsteht. Die Kopftrommel dreht hier mit 2.250 U/min.
Anders ist es beim Omega-Loading mit einem Doppelazimutkopf: hier hat der Kopf nur ca. 300° Bandkontakt und ist 60° an der Luft. Zeichnete man ein normales Videosignal damit auf, schriebe man immer ein Stück in die Luft. Von 312,5 Zeilen (1 Halbbild) würden also 52 verschwinden und 260,5 kämen aufs Band. Damit kann kein Fernseher etwas anfangen. Also muß man während der 300° die 312,5 Zeilen schreiben; das macht also ca. 375 Zeilen pro Umdrehung. Bei einer Umdrehung ist der eine Azimutteil (+7°) des Kopfes Aktiv, bei der zweiten Umdrehung der zweite Azimutteil (-7°), was dann ein Vollbild macht. Die Kopftrommel dreht dabei mit 3.000 U/min. Rechnet man die 375 Zeilen pro Umdrehung auf 50 Halbbilder für 1 Sekunde hoch, kommt man auf die 18.750 Hz. Die Werte sind nicht ganz genau, weil ich nicht weiß, wieviel Grad die Umschlingung wirklich umfaßt. Sie zeigen aber das Funktionsprinzip.
Kameraintern existiert tatsächlich ein Videosignal. Dieses kann man mit einem Oszilloskop messen. Für Servicezwecke gab es einen speziell umgebauten Fernseher der mit den Frequenzen zurechtkam. Auch hatte die letzte NTSC-Betamovie einen elektronischen Sucher, der wohl auch entsprechend angepaßt ist. Oben sieht man die Anpassung eines Video 8 Suchers an die Betamoviefrequenz.
Da durch diese Technik die Betamovie nur aufnehmen kann, konnte man auch das Laufwerk einfacher gestalten. So gibt es für den kompletten Bandantrieb nur einen Motor. Dieser treibt über einen Riemen die Trommel an, über zwei weitere Riemen den Capstan und dieser über einen weiteren Riemen den Aufwickelbandteller. Auch benötigt man nur einen Servo für die Kopftrommel. Dadurch ist das Laufwerk dem des SL-8000 / 8080 sehr ähnlich, wenn auch erheblich kleiner und leichter. Der zweite Motor ist nur für das Bandfädeln zuständig.
Dieses Aufzeichnungsverfahren wurde im Heimvideobereich, soweit ich weiß, nur von der Betamovie genutzt. Es war bestimmt eine ziemliche Ingenieursleistung.
Mit der heutigen Digitaltechnik währe es kein Problem mit dem Laufwerk auch wiederzugeben oder HiFi-Ton zu realisieren.
1 = Löschkopf
2 = DA-Videokopf
3 = Ton CTL Kopf
4 = Capstanwelle
5 = Andruckrolle
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